Volgograd - ?????
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Go East!!!!! Odessa

Liebe Freunde des Radsports, nachdem mein Skandinavientrip nunmehr so ins Wasser gefallen ist nunmehr ein neuer Versuch. Wie ich letzten Samstag missmutig Richtung Stockholm gefahren bin habe ich mir Gedanken gemacht wie es weitergehen soll. In dem Dauerregen haette ich ja irgendwann Fischhaeute bekommen ... Nach Hause fliegen musste ich wegen eines Geschaeftstermins sowieso, und nachdem wir gerade eines unserer Projekte abgeschlossen haben koennte ich doch auch nach Odessa fliegen und ein Stueckchen Richtung Osten fahren. Urspruenglich wollte ich ja bis Astana - das geht jetzt aber nicht mehr weil ich nicht soviel Zeit habe und ausserdem mein Russisches Visum nur bis zum 20 gilt. Also schaue ich das ich soweit wie möglich komme, zumindest bis Volgograd, oder vielleicht bis Samara. Stay tuned. Heute war entspannter Anreisetag - hat bis auf einige kleinere Malheurs ganz gut geklappt (mir ist am Flughafen beim aufpumpen zweimal die Luft aus dem Reifen gegangen, die anwesenden Zuschauer haben sich totgelacht). Morgen geht es dann los - bis Nikolaijev. Drueckt mir die Daumen, euer leo
7.6.12 19:08


Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt ... Linsköping Trosa

Zu dem Titel spaeter .... Heute frueh bin ich nicht aus dem bett gekommen - wie ich dann allerdings aufgewacht bin hat die Sonne geschienen. Unglaublich, und das in Schweden. Ich komme erst um 10.00 los, und die ersten 50 km bis Norköpping laufen locker. Norköppimg ist eine groessere Stadt - hier gibt es seit mehreren hundert km wieder einen geoeffneten Sportladen. Ich kaufe mir eine Muetze, eine lange Hose und neues Werkzeug. Das haette ich vielleicht besser nicht gemacht - wie als wenn der Wettergott darauf gewartet haette faengt es gleich an zu nieseln. Egal, mit meiner neuen Hose und dem gestern erstandenen Pulli ist es schoen warm und ich fahre locker dahin. Irgenewann holt mich ein aelterer Herr ein und wir fahren die naechsten 20km zusammen. Er ist ein pensionerter Mathematiker mit Sohn und Enkel in Passau. Mit 65 ist er immer noch erstaeunlich fit, er trainiert gerade fuer das 300 km rennen um einen grossen See in der Naehe von Stockholm. Dies ist erst seine 2 trainingsfahrt dieses Jahr. Da er aber schon mehrmals das Rennen TRomsö- Oslo (540 km nonstop) gefahren ist wird er schon wissen was er tut. Wenn er das naechste mal nach Passau kommt fahren wir gemeinsam in den Alpen. Als er sich verabschiedet faengt es dann richtig zum schuetten an. Ich habe eigentlich mein Tagesziel schon erreicht, will aber noch etwas naeher an Stockholm ran. Also fahre ich nich bis zur naechsten groesseren Stadt, in der es eineN Zug nach Stockholm gibt. Allerdings hatte ich mich ein wenig verschaetzt, statt 35 km sind es 65, und es schuettet die ganze Zeit. Ich komme nicht richtig voran, und bin um halb acht abends immer noch auf offener Strecke. Auf den letzten 60 km war nichts - noch nichtenmal ein Bushaeuserl zum unterstellen. Ich bin pitschnass, und als ich kurz 3 min stehenbleibe um etwas zu essen kuehle ich sofort aus. Irgendwann erreiche ich den Ort, muss aber feststellen dass heutekein Zug mehr faehrt. Hotel gibt es auch keins, und der Warteraum am Bahnhf ist auch zu. Scheisse - ich sehe mich schon am ortsrand camperen. Rettung kommt in Gestalt dreier netter Türkischer Kollegen von der gegenueberliegenden Pizzaria. Die waren frueher in Fankfurt (hat ihnen auch nicht gefallen, die wissen halt was gut ist) und sprechen perfekt Deutsch. Die haben gesehen dass ich aus Deutschland komme und waren neugierig. In ihrer Pizzeria gibt es fuer mich heissen türkischen Tee und ene Riesenportion Spagetthi. Die drei geben mir auch gute Tipps fuer Hotels - im Nachbarort gibt es einige. Dort fahre ich hin - Trosa liegt am Meer und ist das t. Tropez der Schweden. Zumindest nach den Hotelpreisen zu schliessen. Mir ist das heute aber egal und ich freue mich auf die heisse dusche unnd das Bett. Euer leo PS : Einen habe ich noch -wie ich nach Trosa fahre ist am eingang ein grosser Parkplatz. Dort machen ein paar Schweden mit ihren getunten volvos powerslides mit heulenden Motoren. In der Mitte des Parkplatzes steht ein deutsches Wohnmobil mit beleuchteten Fenstern. Die werden sich freuen
2.6.12 22:41


Vom Arsch der Welt zum Arsch der Welt - Eksjö / Linköping

... bin ich heute gefahren. Unglaublich - Schweden hat fast noch weniger Zivilisation als Russland. Wie im Urwald. Auf den letzten 400 km gab es 7 Supermaerkte, aber sonst nix. Heute bin ich endlich einmal an einem Radlladen vorbeigekommen und konnte meine Kette spannen. Ausserdem habe ich mir noch einen 2nd layer pulli gekauft, jetzt friere ich nicht mehr dauerend. Soweit zum angenehmen Teil der Etappe. Unangenehm war folgendes: 1 Dauerregen (wirklich brutal, ich war trotz regenkleidung absolut pitschnass), 2. Gegenwind, 3. Kaelte 4. einige saubere Berge. Ich dachte immer Suedschweden sei flach - von wegen. ich habe fuer die 125 km heute 10 Stunden gebraucht - so langsam war ich noch nie. Um 2000 nin ich dann endlich in Linsköping angekommen, hier gibt es endlich ein schönes Hotel. Ich buche mich ein, und gehe komplett mit den nassen Radlklamotten in die Sauna und ziehe mich erst dort aus. In der Sauna lasse ich dann auch gleich alles trocknen, funktioniert super. Vielleicht nicht so toll fuer die nachkommenden Saunabesucher, aber die sind mir in dem Moment egal. ich setze mich sowieso immer auf das Handdtuch LG euer leo
2.6.12 08:35


Alter Schwede - Rhyd / Eksjö

Unglaublich - auf der heutigen 165 km Etappe hat es (fast) non-stop geregnet. Ich war schon nach 10km pitschnass, aber danach war es mir dann egal und ich bin einfach weitergefahren. Wie ich dann in Eksjö war ist puentlich die Somne hervorgekommen, und ich habe es mir gut gehen lassen. Am Campingplatz meine Radlsachen gewaschen und in den TRockner, mich selbst in die Sauna, und danach fuer ein ausgiebiges Essen zum Thailaender. Zu den Schweden - eigentlich alle Nett und die Landschaft ist auch ok. Allerdings scheinen die staendig irgendetwas durch die Gegend zu fahren, auf den Strassen (auch auf den Nebenstrassen) ist wahnsinniger LKW Verkehr. So schlimm habe ich es noch nie erlebt. Das stoert hier aber keinen Menschen. Ansonsten ist es saukalt - ich habe nicht genuegend zum anziehen dabei und friere staendig. Auf den letzten 400 km nin ich an keinem (!) shop vorbeigekommen der kleider verkauft. Heute uebernachte ich in einer groesseren Stadt, morgen frueh geht es gleich zum intersport und dann werdenich mir etwas warmes kaufen! Im diesem Sinne, euer leo
31.5.12 22:55


auf dem weg nach nirgendwo - kopenhagen / Kittan / Ryd

Liebe alle, nun also der erste blogeintrag. Eigentlich hatte ich gestern schon geschrieben, aber aufgrund technischer Probleme ist der Eintrag nicht in den bblog gekommen. Ich bin nun also nicht nach Kazachstan unterwegs, sondern in den hohen Norden. Da es jetzt schon spaet ist dazu demnaechst mehr. Ich bin gerade in Ryd, das ist in the middle of nowhere und liege im Zelt. Morgen gibt es einen ausfuehrlichen Bericht! Euer leo
30.5.12 23:16


Bald geht es wieder los ....

Liebe Freunde des Radblogs, wenn alles klappt wie geplant geht es uebernaechste Woche wieder los. Ich fliege nach Odessa und von dort geht es immer geradeaus nach Osten. Mal schauen wie weit ich komme. Ich werde wieder jeden abend einen Blog schreiben und hoffe dass es euch gefaellt. Do svidania, euer leo
12.5.12 09:50


Lyngseid – Tromsö (70 km): The End

 

Nachdem ich mein Kopfweh kuriert habe und mich von den anderen verabschiedet habe (die fahren alle Richtung Süden weiter, und ich biege rechts ab nach Tromsö fahre ich noch einige Kilometer durch die Lyngnen Alps. Ich rufe Tina an und kündige an meinen Job an den Nagel zu hängen und hierher zu ziehen – wo kann man im Sommer im T Shirt am Meer sitzen und direkt hinter einem liegt noch genügend Schnee zum Skifahren?  Die Gegend ist einfach super …
Noch eine weiter Fähre und ich bin schon fast in Tromsö. Jetzt kann ich kaum glauben das die Tour schon wieder vorbei ist und ich morgen schon wieder daheim bin. Das war definitiv die schönste Radltour bis jetzt – hart, aber mit vielen bleibenden Eindrücken. Wie ich nach Tromsö Radl fahre plane  ich schon an die nächste Tour – und nehme mir auch fest vor das es irgendwann einmal auf eine ganz große Radltour geht – Seidenstrasse nach China? Durch Russland bis Vladivostok? Panamericana? Cape to Cairo? Zum Mond? Egal – mir wird schon was einfallen und ich werde dann wieder im Blog drüber berichten.

 

In diesem Sinne – ich hoffe Ihr hattet Spass beim Lesen und bis bald in der Heimat, euer leo

 

PS: in den nächsten Tagen werde ich auch noch versuchen ein paar Photos einzustellen, daran bin ich bis jetzt technisch gescheitert.
24.6.11 20:13


Sekkonen – Lyngseid (113 km): Midsummernight and Aquavit

 

Heute ist Mittsommernacht. Davon merkt man am Morgen allerdings nichts – es schifft wie verrückt. In der kleinen Hütte sind auch meine Sachen nicht trocken geworden – hilft alles nichts. Also in die nassen Radlsachen rein, und gleich zu Beginn geht es zünftig 400 hm bergauf. Alles im strömenden Regen. Oben ist noch geschlossene Schneedecke, und angeblich ist hier auch ein schöner Aussichtspunkt. Der ist mir aber egal, viel wichtiger ist dass es dort oben eine Hütte mit Restaurant gibt. Nach Suppe, 2x Lachsbrot, Pizza und 2 Waffeln ist mein Nahrungsbedarf vorläufig gedeckt. Also wieder raus in den Regen. Dort oben ist es saukalt, und die Abfahrt im Nebel ist recht abenteuerlich. Zu Belohnung wird aber nach dem Berg (anscheinend eine Wetterscheide) das Wetter besser – langsam kommt sogar die Sonne raus. Im ersten Supermarkt kaufe ich ordentlich ein – sowas wie gestern passiert mir nicht noch einmal. Dann geht es gemütlich – immer schon auf und ab – die Küstenstrasse E 6 entlang in Richtung Lyngenfjord. Dort fahre ich in einer der schönsten Gegenden die ich je gesehen habe – die Lyngnen Aps (www. www.lyngenalp.no). Direkt aus dem Meer geht es bis 2000 Meter hoch – auch ein super Skigebiet. Nach einer kurzen Überfahrt mit der Fähre durch den Lyngnen Fjord ist die Etappe auch schon vorbei und ich finde in der Magic Mountain Lodge bei Patrick und Henrietta eine schöne Unterkunft. Die beiden sind begeisterte Skifahrer (hier kann man sogar im Juni noch skifahren) und Radlfahrer – die sind beide auf der Seidenstrasse von Italien nach China gefahren. In der Lodge hängen schöne Photos von der Reise – mir wird wieder einmal klar dass es noch viele schöne Ziele gibt.
Nach mir trudeln auch noch Thor und Anne Grete ein, und auch noch zwei  andere Radlfahrer. Ivar fährt mit dem Rennradl und einem kleinen Rucksack jeden Tag mindestens 200 km und durchquert Norwegen von Norden nach Süden in 10 Tagen (http://ivarnordkapp-lindesnes.blogspot.com/).  Leif, ein Pensionist aus Sogne, ist vom Süden zum Nordkapp unterwegs ist. Wir sitzen in gemütlicher Runde zusammen, trinken ein paar Bier und tauschen Radlgeschichten aus. Irgendwann fängt einer der Norweger an eine Runde Aquavit auszugeben, und natürlich lassen wir uns alle nicht lumpen und der Abend endet ziemlich übel. Ich habe nicht gewusst dass man von Aquavit soviel Kopfweh bekommt.
Den Preis des Tages bekommen heute die Norweger, und insbesondere die heute getroffenen Radlfahrer die mich so freundlich aufgenommen haben. In Russland hatte ich als Radlfahrer immer das Gefühl als exotischer Spinner betrachtet zu werden. Hier in Norwegen ist das ganz normal, jeder freut sich und fragt nach dem wohin und woher, und in jedem Laden wird man mit einem herzlichen „God Tur“ verabschiedet.
24.6.11 20:11


Alta – Sekkonen (118 km): Auf und nieder, immer wieder …

 ... 

geht der Arsch der Tante Frieda. Nach dieser alten Schafkopfmaxime verhält sich leider auch die Küstenstrasse E 6, auf der ich heute entlangfahre. Es sind zwar nur 2 grössere Berge von jeweils 250 hm zu überwinden, aber auch ansonsten geht es jeden km 50 hm rauf, 50 hm runter. Was das bei 118 km bedeutet kann sich jeder selbst ausrechnen. Mir reicht es jedenfalls.
Ich fahre den ganzen Tag mit 2 Norwegern- Anne Grete und Tor. Die beiden fahren – unabhängig voneinander aber doch gemeinsam – vom Nordkapp. Tor fährt bis Mo Rana und Anne Grete bis Lindenes (siehe http://syklenordkapplindesnes.blogg.no/ - ihr Sohn heisst übrigens auch Leo .  Das sind ca 2000 km. Die beiden sind sehr nett und lustig und wir unterhalten uns gut. Ich bin ein schneller als die, aber durch meine häufigen Telephongespräche bleibe ich öfter stehen, so dass wir insgesamt das gleiche Tempo haben.
Ca. 20 km vor dem Campingplatz bleiben die beiden dann beim Coop stehen. Ich mache natürlich so kurz vor Schluss nicht noch einmal Pause und gewinne das Rennen zum Campingplatz souverän.
 Wie ich allerdings am Campingplatz ankomme gibt es aber dort nicht zum Essen oder Trinken einzukaufen. Von einem Restaurant keine Spur, und der einzige Laden hat auch schon seit ein paar Stunden zu. Der nächste Laden ist – natürlich – der wo Thor und Anne Grete angehalten haben, nämlich 18 km entfernt. Insofern hätte ich vielleicht gescheiter auf das Campingplatzrennen verzichtet und noch was eingekauft. When in Rome do as the Romans … usw.
Naja, eine Banane, eine Packung Waffeln und ein paar Powerbars habe ich ja noch. Das reicht zu Not. Wie ich etwas missmutig in der Campinghütte sitze klopft es und Anne Grete steht mit Essen vor der Tür – die Campingplatzbesitzerin hat ihr erzählt das ich vergeblich nach einem Restaurant gesucht habe. Also geht der Preis des Tages heute eindeutig an Anne Grete.
24.6.11 20:09


Olderfjord – Alta (112 km): I am singing in the rain

 

In der Früh schüttet es sauber. Beim Früstück treffe ich Gerhard aus Wasserburg – er ist sehr nett und mit dem Cross Radl unterwegs -  in den letzten 6 Wochen ist er von Malta ans Nordkapp gefahren. Auch über St. Petersburg, dann aber über Finnland. Good choice – in Russland wäre das an den Baustellen mit dem  filgranen Radl kein Spass gewesen. Er fährt zwischen 170 – 230 km am Tag – Respekt!

Bevor ich abfahre nehme ich noch einen chirurgischen Eingriff an meiner Regenhose vor. Irgendein Dodel (viele Grüße an Helly Hansen) hat in der Hose ein Netzfutter eingebaut. Das reibt natürlich wahnsinnig beim radln. Ich schneide das Netzfutter raus und lasse es als Entwickungshilfe für norwegische Regenhoseningenieure am Campingplatz zurück. So bin ich für den heutigen Regentag gut gerüstet. Voll eingepackt geht es heute über 2 Gebirge – daher auch nur eine kürzere Etappe. Bei sehr starkem Rückenwind radelt es sich leicht – die entgegenkommenden Radler fluchen aber alle. Der Regen lässt nach – leider hänge ich fast die ganze Strecke am Telephon. Das kostet Zeit und ich schaffe es nicht bis um 1500 nach Alta. Um 1500 habe ich allerdings einen wichtigen conference call – also sitze ich 10 km vor Alta im Bushäusl und absolviere meine Konferenz. Mit heissem Tee aus der Thermoskanne ist es sogar richtig gemütlich – zumindest bis es wieder richtig zum schütten anfängt. Aber auch der längste call ist irgendwann vorbei  - bei nunmehr strömenden Regen absolviere ich die letzten 10 km. Im Hotel veranstalte ich ersteinmal eine richtige Sauerei wie ich meine Regensachen ausziehe – in der Lobby schaut es danach ziemlich aus. Anscheinend soll es sich einregnen – mal schauen was die nächsten Tage bringen. Am Samstag geht der Flieger in die Heimat – bis dahin möchte ich es noch bis Tromsö fahren.

 

In diesem Sinne – euer leo
21.6.11 22:42


Honningsvag – Nordkapp – Olderfjord (147 km): going to the end of the world

 

Gestern habe ich ganz vergessen den Preis des Tages zu vergeben. Der geht eindeutig an das Vanderheijm Honningsvag – saugemütlich, nette Leute dort und ausserdem die für einen Radler wichtigen Dinge: warme Dusche, gutes Essen, Waschmaschine und Wäschetrockner und WLAN. Da pfeife ich auf jedes Hotel.
Im Vanderheijm treffe ich jetzt auch einige andere Radler – alle auf dem Weg zum Nordkapp. Die meisten sind sehr nett – bei einigen ist allerdings ein leichter Hang zur Militanz festzustellen. Man wird ständig nach den gefahrenen KM etc gefragt, und einige sind sogar mit Rennrädern mit Anhänger unterwegs um mehr km zu schrubben.
Ich fahre in der Früh ohne Gepäck schnell die 30 km zum Nordkapp hoch um ein schönes Photo zu machen. Hin und zurück sind das anscheinend (laut Auskunft anderer Radler)  auch 1400 hm – das Nordkapp selbst liegt 300 hm hoch und es geht mehrmals auf und ab. Am Nordkapp wird ein schönes Photo gemacht, und ich trinke mit 2 netten österreichischen Radlern einen Kaffee.  Wie ich wieder in Honningsvag ankomme ist es doch schon 1300 – ich treffe noch zwei sehr nette ältere deutsche Herren die gemeinsam mit dem Radl unterwegs sind. Die beiden sind pensionierte Lehrer und haben sich zufällig auf dem Weg Richtung Nordkapp getroffen und fahren jetzt zusammen. Wir unterhalten uns gut. Ich erfahre das es vor einigen Wochen einen deutschen Radler in dem Nordkapptunnel mit einer Co2 Vergiftung derwuzzelt hat – da ich ohnehin keine große Lust auf den Tunnel habe erspare ich mir selbigen und fahre mit den beiden Lehrern gemeinsam mit dem Bus durch den Tunnel. Sehr angenehm. Die beiden fahren mit dem Bus weiter nach Tromsö und machen dann mit dem Radl Island Hopping auf den Lofoten …
Mich lässt der Bus direkt nach dem Tunnel raus und ich mache mich bei schönem Rückenwind auf den Weg Richtung Süden. Mir kommen zwei  Radlfahrer entgegen, die alle auf den Gegenwind fluchen. What a difference a day makes – gestern ging es mir noch genauso. Deshalb habe ich auch für jeden aufmunternde Worte. So vergeht die Zeit – ich muss auch noch einige Male telefonieren so dass ich mich um 1900 immer noch auf der Straße befinde. Da kommt mir frohen Mutes ein Radfahrerpärchen entgegen – die beiden sind aus Finnland, gut drauf und wollen heute noch bis Repvag. Das sind noch 50 km bei wirklich strammen Gegenwind. Als sie mir erzählen wo sie übernachtet haben sehe ich dass die beiden heute erst 40 km hinter sich haben – was haben die wohl den ganzen Tag gemacht ? Egal – hier wird es ja nie dunkel so dass die beiden wohl noch gut ankommen werden. Also wird der Preis des Tages heute dreigeteilt:
1. Das Nordkapp
2. Der Bus – danke dass ich nicht mehr durch den Tunnel musste!
3. Das finnische Pärchen !!
Ich selbst habe es dann auch irgendwann geschafft – ich komme um 2100 in Olderfjord an. Da das Restaurant um 21oo schließt bestelle ich noch schnell einmal ungefähr die ganze Speisekarte – mir fällt ein das ich den ganzen Tag noch nichts gegessen habe.  Abends beginnt es zu regnen – ich freue mich auf den morgigen Tag und schlafe ein …

 

So long euer leo
21.6.11 22:38


Lakslev – Honnigsvag (162 km) – going against the wind

Die Nacht war dann doch kurz - Tina muss schon um 03.30 aufstehen um ihren Flieger von Kirkenes nach München zu erwischen. Ich schlafe noch gemütlich bis 0700 weiter. Das zusammenpacken des Zelts dauert dann doch etwas länger, und ich komme erst um 0745 los. Ausserdem stelle ich fest dass mein nagelneuer – sündteurer – Ultralight Daunenschlafsack schon seine ersten Daunen verliert. Na super – und dafür habe ich 300 Euro bezahlt. Wenn ich wieder daheim bin werde ich dann einmal ein freundliches Gespräch mit dem Verkäufer führen – so ein Scheissprodukt. Mit diesen Gedanken geht es los – immer genau nach Norden. Leider kommt auch der Wind genau von Norden – laut Wetterbericht mit 20 mph, das sind 5 Beaufort. Suuper – da freut sich der Radlfahrer. Das ist ungefähr so als wenn einem jemand ständig mit der flachen Hand vorne auf die Brust haut … Aber wenigstens gibt es sauber Kondition – für Rennen mit Gegenwind habe ich diese Saison bereits trainiert. Auf der Etappe stellen sich zwei Probleme – alle Hotels in Honningsvag sind ausgebucht und ich habe keine Lust nocheinmal zu campen. Das löst sich dann durch das Honninsgvag Vandreheijm – ist so eine Art Jugendherberge für Erwachsene, aber mit Einzelzimmer, Internet und Waschmaschine. Ausserdem spottbillig. Problematischer ist dass auf dem Weg zwei Tunnel sind – jeweils 8 und 5 km lang. Der 8 km Tunnel führt unter dem Meer durch auf die Nordkappinsel. Das Meer ist dort anscheinend ziemlich tief – der Tunnel geht zuerst 3 km mit 9% Gefälle nach unten (ca 280 hm), dann zwei km geradeaus, dann wieder 3 km hoch. Nichts für Leute mit Platzangst, aber auch für eher robustere Gemüter wie mich eine harte Nuss. Erstens ist die Luft im Tunnel nur so lala, zweitens verstärken sich die Motorengeräusche der Autos und Motorräder im Tunnel enorm. Wenn von hinten jemand ankommt hat man spätestens ab 1km Abstand das Gefühl das ein Tieffluggeschwader angreift. Und das ganze eher schwach beleuchtet. Naja – wem’s gefällt. Ich war auf alle Fälle heilfroh wie mich der Tunnel am anderen Ende wieder ausgespuckt hat. Morgen geht es zum Nordkapp und damit zum offiziellen Ende der Tour! Euer Leo
19.6.11 23:02


Karasjok – Lakslev (92km) – sleeping rough

Ich breche schon um 0615 auf – Tinchen schläft noch aus. Gleich zu Beginn der Strecke geht es sauber hoch – zum Glück bleibt es die ganze Strecke hügelig, da wird einem nicht langweilig. Und dazu ist der Ausblick spektakulär – es geht auf einem Hochplateau zwischen zwei Gebirgen Richtung Norden zum Porsangenfjord. Irgendwann holt mich Tinchen mit dem Auto ein und wir machen kurz Pause. Tina fährt bis Lakslev vor um das Quartier zu organisieren, damit wir am Nachmittag noch zum Nordkapp fahren können. Leider finden wir nichts – bis ich in Lakslev ankomme hat sie alles abgeklappert. Auf Tina’s Vorschlag beschließen wir dann einfach wild zu campen – gesagt getan. Ich ziehe mich schnell um (geduscht wird heute im Meer), wir packen das Radl ins Auto und fahren die 200 km zum Nordkapp. Dort wird das obligatorische Photo gemacht, und wir finden auch noch einen 3 Meter hohen Schneehaufen der fachmännisch mit Turnschuhen bestiegen und danach zur Freude der anwesenden Touristen abgefahren wird. Video gibt’s bei Tina. Wieder 200 km zurück – wir suchen uns einen schönen Platz zum Übernachten am Meer. Ruckzuck wird ein zünftiges Feuer gemacht, der noch schnell gekaufte Einmalgrill aktiviert, das Zelt aufgebaut und fertig ist das Nachtlager. Als Windschutz nehmen wir einfach das Mietauto und parken es vor dem Zelt – das ist hier in Norwegen eine alte Saami Tradition. Wir sitzen noch lange am Feuer – gut eingepackt geht es aber dann doch irgendwann ins Zelt.
19.6.11 23:01


Kaamanen – Karasjok (96 km) – crossing Finnland

Nach einem gemütlichen Frühstück geht es um 0830 los – nach 3 km stoppen wir aber schon wieder länger am Souvenirshop und kaufen Geschenke ein. Das Gelände wird hügelig, aber immer noch menschenleer. Wir sehen einige große Rentierherden. An der Grenze zu Norwegen ändert sich die Landschaft übergangslos – wir fahren von der absoluten Wildnis in eine Kulturlandschaft mit Bauernhöfen und Kühen. Unglaublich. In Karasjok sind wir in einer wunderschönen Huskyfarm in einer super Hütte untergebracht (siehe http://www.engholm.no/ ). Wir schauen uns noch das Saami Museum an (ich will unbedingt in der Saami Hütte schlafen) und essen im Saami Restaurant zu Abend.
17.6.11 18:39


Kirkenes – Kaamanen (181 KM): Reindeers along the way

Heute geht es mir wie bei der Tour de France – ich fahre mit Begleitfahrzeug. Die ersten 100 km allerdings nicht, weil Tinchen noch ausschläft und in Kirkenes shoppen geht. Dann fahren wir ein Stück gemeinsam – heute geht es durch Finnland und wir sehen einige Rentierherden am Strassenrand. Diese gehören den Saami (Lappen) und laufen frei rum. Nach einer langen Etappe kommen wir in Kaamanen an – diesmal schlafen wir in einer ganz kleinen Hütte an einem See. Wunderschön – wir gehen noch in die Sauna (Tina weigert sich in den See zu hüpfen), beim Abendessen fallen mir aber dann schon die Augen zu.
17.6.11 18:37


Kirkenes - we can fix anything

Am nächsten Morgen bin ich pünktlich um 0700 vor dem Werkstor der Kimek Werft. Dort werde ich – wie vereinbart – von einem netten Schweisser begrüßt der mich in die Werfthalle führt. Dort steht ein riesiges Russisches Schiff das von denen gerade hergerichtet wird. Ich schildere mein Problem, dass ihn aber nicht sonderlich abschreckt. Mit den Worten: „We can fix anything“ nimmt er das Radl mit. Es dauert dann zwar doch eine halbe Stunde, aber er schweisst den Rahmen fachmännisch wieder zusammen. Als ich bezahlen will meint er nur „Consider it a present from Norway“. Also auf diesem Wege vielen Dank – und der Preis des Tages geht an die Kimek Werft in Kirkenes. Als ich in der Pension das Radl wieder zusammenbaue laeuft es problemlos… Den Rest des Tages verbringen wir mit Quad fahren, mit den Huskies spielen und einem Bad in der Barentsee (saukalt).
17.6.11 18:37


Murmansk – Kirkenes (200 km – mit dem Bus): Goodbye Mother Russia

Nachdem ich also – etwas frustriert – wieder ins Hotel zurückgekehrt bin und mich kleidungsmäßig vom Radler wieder in einen Zivilisten verwandelt habe werde ich vom Minibus abgeholt und samt Radl nach Kirkenes transportiert. Das ganze gestaltet sich reichlich komplex, mit Fahrer- und Fahrzeugwechsel in Zapolyarne, weil der erste Fahrer kein Visum hat. Die 200 km wären nocheinmal ein harter Brocken gewesen – es geht bergauf und bergab im ständigen Wechsel durch polares Gebiet. Der Fahrer erzählt mir das im Winter dort 5 Meter Schnee liegen. Auf der langen Fahrt habe ich genug Gelegenheit über die bisherige Fahrt in Russland nachzudenken. Als Fazit bleibt: • Immer und überall nur nette und hilfsbereite Menschen getroffen (der Security Guard in Petrozavadosk einmal ausgenommen . • Unglaubliche Landschaft, viele bleibende Eindrücke. • Karelien ist als Reiseziel auch für jeden Radler interessant, die Halbinsel Kola wohl nur für erfahrenere Radler, ausgeprägte Masochisten oder solche die es werden wollen. • Ich bin zum ersten Mal auf einer Radreise richtig an meine Grenzen gegangen … An der Grenze geht dann alles ganz schnell – ich bin sofort in Norwegen, kann mit dem Grenzer einen Witz austauschen und mich wieder verständigen. Ich verlasse Russland mit einem weinenden und einem lachenden Auge – ich freue mich dass ich mich wieder verständigen kann, andererseits werde ich die Weite der Landschaft und die hilfsbereiten Menschen sicher vermissen. In Kirkenes hole ich das Mietauto ab und schaue mich um. Im Radladen schickt man mich mit meinem gebrochenen Rahmen sofort zur Schiffswerft in Kirkenes. Das ist der größte Betrieb vor Ort – ich stehe etwas verloren beim Empfang rum bis mich ein Norweger aufgabelt. Auf meine Frage ob mir jemand helfen kann den Rahmen zu schweissen zuckt er nicht mit der Wimper, sondern sagt ganz freundlich „Come with me – I will find someone for you“. Er nimmt mich in den Bürotrakt mit, unterbricht eine Besprechung und holt einen Mann im Schutzanzug raus und verabschiedet sich. Hinterher erfahre ich dass ich zufällig den Chef der Werft erwischt habe. Der Typ im Schutzanzug ist der Leiter der Werkstatt – nach einigen Telephonaten verspricht er mir dass ich morgen um 0700 am Werkstor in Empfang genommen werde und einer seiner Schweisser den Rahmen richten wird. Willkommen in Norwegen – das sollte in Deutschland mal einer versuchen, bei Kraus Maffei oder bei Thyssen am Empfang auftauchen und die bitten einen kaputten Rahmen zu schweissen …. Nachdem die geklärt ist verbringe ich die Zeit mich am Konsum in Kirkenes zu berauschen. Das ist zwar – für Norwegen – der Arsch der Welt, im Vergleich zu Murmansk aber Zivilisation pur. Endlich kann ich mich wieder verständigen und alles einkaufen … Am Abend fahre ich dann zum Flughafen um meine geliebte Tina abzuholen – nach mehr als 2 Wochen durch die „Wildnis“ halte ich sie endlich wieder in den Armen. Und sie bringt auch noch das Ersatzfahrrad mit . Die Welt ist wieder in Ordnung.
17.6.11 18:36


Murmansk - Statoil Petrol Station (9km): Collateral Damage

Nach dem Ruhetag gestern freue ich mich heute schon auf die nächste Etappe Richtung Kirkenes. Endlich geht es Richtung Westen. Bei 2 Grad breche ich - warm eingepackt - auf. Allerdings komme ich nicht weit - nach 2 km beginnt eine Riesenbaustelle und die Strasse wird sehr schlecht. Mein armes braves Radl hat jetzt anscheinend keine Lust mehr - irgendwie kann ich plötzlich nicht mehr geradeaus fahren. Eine kurze fachmännische Inspektion ergibt einen veritablen Rahmenbruch direkt an der Hinterradaufhängung. Scheisse - aber es ist wenigstens nach Murmansk und nicht davor passiert. So nehme ich das ganze mit Galgenhumor. Weiterfahren ist allerdings unmöglich, und ich habe in Murmansk auch keinen einzigen Fahrradladen gesehen (und auch im Internet gestern keinen gefunden). Ich überlege kurz ob ich zur lokalen Atom U Boot Werft fahre und mir dort das Radl wieder zusammenschweissen lasse, aber das ganze würde dann doch an der Sprachbarriere scheitern. Ausserdem schweissen mir die dann vielleicht noch radioaktives Eisen in mein schönes Radl. Also wird die zufällig anwesende Statoil Tankstelle wird von mir zum mobilen Büro umgebaut und unter Einbindung sämtlicher Kräfte (meine liebste Tina, mein lieber Herr Vater, Kola Travel, die nette Empfangsdame vom Hotel Meridian, SAS, Lufthansa und viele mehr) folgendes organisiert: 1. Rücktransport Rad und Leo ins Hotel in Murmansk 2. Transport Rad und Leo von Hotel nach Kirkenes mit Minibus. 3. Rudi bringt sein Rad zum Flughafen 4. Tina nimmt das Rad mit nach Kirkenes, ich fahre von dort mit Rudi's Radl weiter und meins fliegt mit Tina wieder heim. 5. SAS und Lufthansa werden auf Spur gebracht dass das Radl auch noch mitfliegen darf. Das alles lässt sich - anscheinend - auch von der Tankstelle aus problemlos organisieren. Vielen Dank liebe Tina und Rudi dass ihr euch so kurzfristig um mich gekümmert habt. Tja - das ist wenigstens der leibhaftige Beweis dass ich mit meinen Beschwerden über die Baustellen nicht übertrieben habe. Jetzt haben diese sogar meinem überaus stabiles Radl den Garaus gemacht! Aber solche Schäden gehören dazu - und ich bekomme einen kostenlosen Ruhetag dazu! Euer Leo
14.6.11 08:37


Monchegorsk – Murmansk (137 km): Rudolph the red nosed Reindeer ….

… hat gestern abend dran glauben müssen. Im Restaurant gab es nämlich ganz hervorragendes Rentiersteak. Das habe ich mir – neben Vorspeise und Nachspeise – zur Vorbereitung auf die heutige Etappe genehmigt. Das Rentier hat auch sein Leben nicht umsonst gelassen, ich habe wieder gut Kraft in den Beinen und bringe die heutigen 137 km relativ problemlos über die Bühne. Psychisch hat mich der harte Tag vorgestern aber schon ein wenig angeknackst – ich habe vor der Etappe heute einen Heidenrespekt. Nach dem Losfahren merke ich aber schnell dass ich wieder fit bin und alles ist in Ordnung. Zur heutigen Etappe – saukalt, viele Berge und elendig lang. Dazu gelegentlich Regen. Da freut sich der Radfahrer. Die Berge halten sich höhenmäßig in Grenzen – die Strasse pendelt ständig zwischen 70 hm und 230 hm. Wenn man das allerdings 15 mal mitmacht (danach habe ich zum zählen aufgehört) kommen auch ordentlich Höhenmeter zusammen. Aber ich lasse mir Zeit, mache in jedem Kaffeehaus Station und genieße die Fahrt. Allerdings ist es saukalt – morgens hat es 4 Grad und die Atemluft macht schöne Wolken. Angesichts dessen mutiere ich auch zum red nosed reindeer  Murmansk hat übrigens eine lustige Eigenschaft – es bewegt sich anscheinend. Zumindest laut den Kilometerangaben auf der Strecke. Zuerst sind es 115 km. 30 km später sind es immer noch 110 km. Das ganze setzt sich lustig fort – kurz vor Murmansk sind es laut Wegweiser noch 9 km bis zur Stadt. Einen Kilometer später dann aber nur noch 1 km. Was mag die Ursache sein – zu Zeiten des kalten Krieges war es allgemein bekannt dass russische Kilometerangaben nicht stimmen, dies sollte den Feind verwirren. Den mit GPS ausgestatteten österreichischen Radler verwirrt dies auf alle Fälle nicht, gleiches hätte wohl für die US Marschflugkörper gegolten. In diesem Fall ist der ansonsten gut funktionierende russische low technology Ansatz eindeutig fehl am Platze. Trotz dieser gemeinen psychologischen Kriegsführung komme ich gut, aber ein wenig durchgefroren in Murmansk an. Das war das Mindestziel meiner Reise – jetzt bin in München – Murmansk mit dem Radl gefahren. Alles andere ist Bonus und ich werde es locker angehen lassen. Morgen ist wieder Ruhetag und Besichtigung von Murmansk angesagt. Euer leo
12.6.11 21:04


Ruhetag Monchegorsk: Die Suche nach der Mütze

Nach dem anstrengenden Tag gestern mutiere ich heute zum Faultier. Ich stehe erst um 11 Uhr auf, frühstücke ausgiebig, gehe danach sofort zum Mittagessen. So gestärkt mache ich mich auf zu einer Einkaufstour, ich brauche nämlich unbedingt eine Mütze. Gestern ist es doch recht kalt geworden und mir ist aufgefallen dass ich in den Ruhepausen ohne Mütze recht friere. Die Suche gestaltet sich allerdings schwieriger als gedacht. Die Russen sind entweder hart im Nehmen oder kommen alle schon mit Mützen zur Welt. In den Geschäften gibt es zwar vom luftigen Sommerkleidchen bis zum schweren Outdoorgerät alles zu kaufen, aber ums verrecken finde ich keine Mütze. Auch mehrmaliges Nachfragen führt nur zu in beliebigen Variationen vorhandenen Dodelkappen - vorzugsweise im 80 Jahre Stil. Selbst der gut ausgestattete Columbia Sportswear Store führt nur solche Caps. Irgendwann werde ich dann in einem Damenladen fündig - eine mit goldenen Sternen geschmückte schwarze Mütze. Her damit - sieht zwar scheisse aus aber hält warm. Die anwesenden russischen Damen finden allerdings dass ich so unmöglich rumlaufen kann. Ausserdem erkennen sie messerscharf dass ich als 'Sportsmen' natürlich auch eine entsprechende Mütze brauche. Aus irgendwelchen unergründlichen Tiefen des Lagers wird daher die reichhaltige Wintermützenkollektion hervorgeholt und ich suche mir aus dem großen Angebot eine todschicke Mütze aus. Der Tag ist gerettet. Euer leo
11.6.11 20:55


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